Archiv der Kategorie: Literatur

Kater Demos Heft 2

Das Heft 2 von „Kater Demos“ ist erschienen. Wie angekündigt, hier eine kurze Rezension.

Kater Demos Heft 2 weiterlesen

Advertisements

„Ende oder Wende“ – neu betrachtet

Erhard Eppler über die Machbarkeit des Notwendigen

In die erste Hälfte der siebziger Jahre fällt eine historische Zäsur, deren Tiefe erst in einigem Abstand sichtbar werden wird. Die Menschheit ist auf Grenzen gestoßen, von denen sie zumindest in den zwei Jahrhunderten zuvor nichts wusste oder wissen wollte.

Mit diesen Worten beginnt das vor vierzig Jahren erschienene Buch „Ende oder Wende. Von der Machbarkeit des Notwendigen“ von Erhard Eppler.[1] „Ende oder Wende“ – neu betrachtet weiterlesen

Herbert Marcuse und die eindimensionale Gesellschaft

Wir leben und sterben rational und produktiv. Wir wissen, dass Zerstörung der Preis des Fortschritts ist wie der Tod der Preis des Lebens, dass Versagung und Mühe die Vorbedingungen für Genuss und Freude sind, dass die Geschäfte weiter gehen müssen und die Alternativen utopisch sind. Diese Ideologie gehört zum bestehenden Gesellschaftsapparat; sie ist für sein beständiges Funktionieren erforderlich und ein Teil seiner Rationalität. Herbert Marcuse (1964)

Vor genau 50 Jahren erschien “The One-Dimensional Man. Studies in the Ideology of Advanced Industrial Society”. Herbert Marcuse und die eindimensionale Gesellschaft weiterlesen

Ivan Illich und die Selbstbegrenzung

Irgendwann in den kommenden Jahren beabsichtige ich, einen Nachruf auf das industrielle Zeitalter zu schreiben. Ich möchte den Umfang der Mutationen zeigen, die Sprache, Recht Mythen und Riten dieser Epoche beeinflusst haben, in der Massen-Menschen für Massen-Produkte geschult wurden. Ich möchte ein Bild vom Niedergang der industriellen Produktionsweise und von der Metamorphose der durch sie hervorgebrachten Berufe und Dienstleistungen nachzeichnen. Ivan Illich (1973)

Als Ivan Illich dies schrieb, war er 47 Jahre alt und hatte offenbar die Erwartung, das Ende der Industriegesellschaft noch zu erleben. Warum erscheint uns das heute so absurd? Während der Arbeit an seinem Buch „Tools for Conviviality“ stand Illich unter dem Eindruck prägnanter Ereignisse, die auf umwälzende gesellschaftliche Veränderungen hindeuteten. 1972 war der erste Meadows-Bericht an den Club of Rome erschienen, nach dessen Erkenntnissen ein weiteres industrielles Wachstum ausgeschlossen schien. Parallel dazu hatten die Studentenbewegungen in der gesamten westlichen Welt einen umfassenden Moral- und Wertewandel angeschoben, und die damit verbundene Kapitalismuskritik schien unversöhnlich. Heute wissen wir: die 68er haben sich recht schnell mit dem System arrangiert, und die Apokalypse, die der Meadows-Bericht prophezeite, blieb aus. Doch so, wie die „Selbstheilungskräfte“ der Industriegesellschaft zu dieser Zeit unterschätzt wurden, so werden sie heute größtenteils überschätzt. Die Probleme, vor denen die Menschheit steht, lassen Ivan Illichs Gedankengut so aktuell wie nie zuvor erscheinen. il

 Ivan Illich (* 4. September 1926 in Wien; † 2. Dezember 2002 in Bremen) war ein österreichisch-amerikanischer Autor, Philosoph, Theologe und katholischer Priester. Nach seiner Priesterweihe war Illich im Vatikan tätig. 1960 gründete er das Südamerika-Institut Centro Intercultural de Documentación in Cuernavaca, Mexiko. Wegen seiner radikalen Ansichten fiel er bei der katholischen Kirche in Ungnade. Nach einem Konflikt mit dem Papst legte Illich seine Priesterschaft nieder.

Illich gehörte – gemeinsam mit André Gorz, Jochen Steffen und Ernst Ulrich von Weizsäcker – zum Beraterkreis des damaligen Magazins Technologie und Politik und war Gastprofessor in Kassel, Marburg, Oldenburg und in Bremen.
(Quelle: Wikipedia)

Die deutsche Ausgabe von „Tools for Conviviality“ erschien 1974 bei Rowohlt unter dem Titel „Selbstbegrenzung. Eine politische Kritik der Technik“ [i]. Nach den Worten des Autors ist es der Versuch, das Konzept eines „multidimensionalen Gleichgewichts des menschlichen Lebens“ zu entwerfen. Um dieses Gleichgewicht zu erhalten, dürfen gewisse Schwellen und Schranken nicht überschritten werden. Ivan Illich und die Selbstbegrenzung weiterlesen