Schlagwort-Archive: Mehrheit

Widerstand gegen wen?

(zuerst erschienen auf der Freitag)

Es ist recht still geworden in der Freitags-Community. Das sapere aude! weicht jetzt häufiger dem quo vadis? – und das ist beileibe keine rhetorische Frage, die üblicherweise gestellt wird, wenn man die Antwort zu kennen glaubt – nein, man kennt sie nicht, man weiß nicht, wohin die Reise gehen soll.

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Wir sind das System

„Wir sind das Volk!“ Das wird gern proklamiert, besonders von jenen, die nun wirklich nicht für sich in Anspruch nehmen können, das Volk zu repräsentieren.

„Wir sind das Volk“ vermittelt etwas Positives, Kämpferisches: man stellt klar, dass sich die Politik in bestimmten Fragen vom Willen des Volkes entfernt, und dass man sich das nicht mehr gefallen lassen will.

Nun stellen wir uns kurz vor, es gibt irgendwo eine Demonstration gegen die Auswüchse des kapitalistischen Systems, und da formt sich eine Gegendemo, deren Teilnehmer rufen:

Wir sind das System!

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Freude, schnöder Götzen Funkeln. Klassiker-Stimmen zur Europawahl

Sorgenwolken ziehen auf am politischen Horizont Europas. Es geht um die Wahlbeteiligung bei der Europawahl, die seit 1979 konstant gesunken ist und nun droht, gegen Null zu driften. Höchste Zeit, nach Integrationsfiguren zu suchen, die bereit sind, für ihre Ideale in den Wahlkampf zu ziehen. – Klaus Fürst reist zur Buchmesse nach Leipzig und hat dort Gelegenheit, mit einigen glühenden Europäern zu sprechen.

Ich schlendere durch die Gänge der Ausstellung und sehe mich nach prominenten Autoren um, die ich für meine Pläne gewinnen kann.

Aber da ist ja Friedrich Schiller!
Herr Schiller, seit Sie die Hymne für Europa schrieben, hat sich viel ereignet. Sicher sind Sie glücklich, dass der Traum von einem geeinten Kontinent in greifbare Nähe gerückt ist.

So lange aber der oberste Grundsatz der Staaten von einem empörenden Egoismus zeugt, und solange die Tendenz der Staatsbürger nur auf das physische Wohlsein beschränkt ist, so lange, fürchte ich, wird die politische Regeneration, die man so nahe glaubte, nichts als ein schöner philosophischer Traum bleiben. Freude, schnöder Götzen Funkeln. Klassiker-Stimmen zur Europawahl weiterlesen